Auf und Ab der DJK hält an

Ein Spiel wie das Wetter am Samstag in Bamberg: erst eitel Sonnenschein, dann der Rückfall in die November-Tristesse. Bis ins zweite Viertel hinein überzeugten die Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg im Heimspiel der 2. Liga Süd gegen die Rhein-Main Baskets, um dann völlig vom Kurs abzukommen und mit 50:67 (31:31) zu verlieren. Die knapp 100 Zuschauer in der Graf-Stauffenberg-Halle sahen eine Mannschaft von Trainerin Jessica Miller, die es wie beim 55:75 gegen Krofdorf zwei Wochen zuvor nicht schaffte, ihr Potenzial über 40 Minuten abzurufen.

Nach dem feinen 79:60 jüngst beim TSV Wasserburg II geht das Auf und Ab der jungen, überwiegend unerfahrenen Truppe aus Bamberg weiter. In den letzten drei Partien der DJK Brose gewann immer die Mannschaft, die nichts zu verlieren hatte. Ersatzgeschwächt und zu acht waren die Rhein-Main Baskets, die Damen des TV Langen und TV Hofheim, in Bamberg angetreten. Es dauerte etwas, nicht zuletzt der notdürftig zusammengestellten Formation wegen, bis die Hessinnen merkten, dass in der „Blauen“ am Samstagnachmittag etwas zu holen war. Der Gastgeber half kräftig mit, als er nach dem ersten, überzeugend absolvierten Viertel (20:12) die Kontrolle in der Abwehr verlor. Den Unterschied machten fast alleine die Dietrich-Schwestern Pia (23 Jahre alt) und Nelli (28) in ihrer ganzen Abgezocktheit aus. 22 und 13 Punkte steuerten sie zum Sieg ihres Teams bei, trafen aus der Distanz, zogen in die Zone, um abzuschließen, ein Foul zu ziehen oder doch noch eine Werferin zu bedienen. Zudem ließen sie die Bamberger Offensive zunehmend verzweifeln.

Jamiyah Bethune, die Spielgestalterin der DJK Brose, war bei Jasmin Weyell recht gut aufgehoben. Trotz am Ende acht Punkten und zwölf Rebounds war Centerspielerin Victoria Waldner diesmal kein spielentscheidender Faktor, weil zu selten ein Anspiel unter den Korb gelang. Magdalena Landwehr meldete sich nach Handverletzung und Blinddarmoperation mit neun Punkten und fünf Rebounds eindrucksvoll zurück, die Kämpfernatur Julia Förner, ihre Kollegin im Jugend-Nationaltrikot, behinderte ein schmerzhafter Fersensporn, was sie sich nicht anmerken ließ. Mara Münder, trotz ihrer erst 25 Jahre schon eine der erfahrenen DJK-Kräfte, will nach einem Bänderriss im Sprunggelenk im neuen Jahr wieder angreifen. Sie sagte: „Das muss vor der Partie absolutes Ziel, verinnerlicht sein, dass die Dietrich-Schwestern, so gut sie auch sein mögen, keinen Stich bekommen. Dass wir es können, haben wir im ersten Viertel gezeigt. Dann haben wir keine Abwehr mehr gespielt. Und wenn es hinten nicht läuft, geht auch vorne nichts rein. Wir müssen es lernen, konstanter zu spielen und unsere Leistung über 40 Minuten zu bringen.“

Zum 20:20 hatte der Gast nach 15 Minuten ausgeglichen, auf 28:20 in der 17. Min. zog das Miller-Team nochmals davon, zum zweiten Mal war die zweistellige Führung greifbar. Das war’s, von Wurfglück keine Spur mehr. Die zweiten zehn Minuten gingen mit 19:11 an die Hessinnen, die Partie kontrollierte fortan die Mannschaft von Trainer Peter Kortmann. Die weiteren Viertelergebnisse: 9:19 und 10:17. Nach 31:28 Min. erzielte Pia Dietrich das 40:54 aus der Nahdistanz, der Spielausgang war deutlich vorgezeichnet. „Es ist ein großer Faktor“, erklärt Jessie Miller, „wer will den Sieg mehr und wer kämpft härter? Ich glaube, dass es die Rhein-Main Baskets mehr wollten.“ Sie blickt auf einen guten Start ihres Teams zurück, „defensiv wie offensiv, aber das war nicht der Fall für den Rest des Spiels. Wir haben die Stopps nicht geschafft und auch den Ball nicht gut bewegt. Wir bewegten uns und attackierten zu wenig, auch ohne Ball. Wir müssen lernen, damit umzugehen, wenn etwas gegen uns läuft.“

Jessie Miller war diesmal nicht der Coach, der tobte ob der Leistung seines Teams. Allein saß sie versunken auf einem Stuhl neben dem Kampfgericht, als sich die Halle schon geleert hatte. Da kam ihr Trainerkollege Peter Kortmann auf sie zu und nahm sie in den Arm. Er wird aufmunternde Worte parat gehabt haben. Sport, wie er sein soll. Weiter geht’s für die DJK Brose mit dem Rückrundenauftakt gegen die SG Weiterstadt am Samstag, 16. Dezember, um 13:00 Uhr.

DJK Brose Bamberg: Bethune (10), Landwehr (9), Waldner (8), Zeis (8), Hesselbarth (5), Förner (4), Hager (3), Schrüfer (2), Gese (1), van der Velde
Rhein-Main Baskets: P. Dietrich (22), Stupar (14), N. Dietrich (13), Weyell (9), Waterloh (4), Seegräber (3), Wotzlaw (2), Cornelius

Foto: Sebastian Gut